KOLUMNEN

13:05 | 15.07.2020
Mutares mit hohem Tempo: Sechste Akquisition 2020 und weitere Insiderkäufe

Mutares macht das halbe Dutzend voll: Mit der heute gemeldeten, bereits sechsten Akquisition im Geschäftsjahr 2020 ist die Münchner Private-Equity-Gesellschaft (ISIN: DE000A2NB650) erneut mit einem hohen Wachstumstempo unterwegs. Das absolute Wachstum der Holding spiegelt sich bisher allerdings noch nicht im Aktienkurs wider. Zwar hat die Corona-Krise Teile des bestehenden Portfolios belastet, Analysten sehen für die günstig bewertete PE-Aktie, die eine Dividendenrendite von ca. 10 Prozent aufweist, jedoch ein Kurspotenzial von bis zu 80 Prozent.

Mittelfristige Verdopplung auf 2 Mrd. Euro

Im Exklusivinterview mit Financial.de zeigt sich Mutares-CEO Robin Laik zufrieden mit dem Start ins Geschäftsjahr 2020: „Vor allem M&A-seitig gab das erste Halbjahr viel her. Mit fünf Transaktionen auf der Kaufseite, davon vier Plattform-Investitionen und eine Add-on-Akquisition, drei Exits sowie der erfolgreichen Platzierung einer Anleihe in Höhe von 50 Mio. Euro waren wir extrem erfolgreich und befinden uns damit bezüglich der Transaktionszahl im europäischen Spitzenfeld der Private-Equity-Liga.“

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Mutares einen konsolidierten Jahresumsatz in Höhe von 1,02 Mrd. Euro. Durch eine kontinuierliche Ausweitung des durchschnittlich gehaltenen Portfolios streben die Münchner eine mittelfristige Verdoppelung auf mindestens 2 Mrd. Euro an. „Im Vergleich zur Vergangenheit machen wir deutlich größere Transaktionen und arbeiten mit Nachdruck an unserer Buy-and-Build Strategie“, so Laik.

„Eine absolute Win-Win-Situation“

Den Ende Juni bekannt gegebenen Kauf des Metallurgie-Geschäfts (NMD) von Nexans sieht Mutares-CIO Johannes Laumann als Perfect Fit für das bestehende Plattforminvestment Plati: „Mit dem Erwerb von NMD haben wir gemeinsam mit Plati eine deutlich tiefere Wertschöpfung und können unsere Kunden noch effizienter und serviceorientierter bedienen. Eine absolute Win-Win-Situation.“ Ebenso wie bei der Übernahme der SABO Maschinenfabrik von John Deere sieht Laumann auch hier neben dem Kaufpreis weitere Gründe für den Zuschlag an Mutares: „Ein schlüssiges, zukunftsfähiges Konzept, eine transparente Verhandlungs- und Kommunikationsstrategie im Prozess, Vertrauen der Verkäufer in die handelnden Personen und natürlich das erfolgreiche Zusammenspiel von M&A und Operations sind unser wesentlicher USP im kompetitiven Bieterumfeld.“

Auch im zweiten Halbjahr erwartet Laumann eine rege Transaktionstätigkeit: „Wir als Mutares sind jedenfalls bestens aufgestellt und werden die Chance nutzen.“ Bei den Beteiligungen aus der Automobilindustrie habe Mutares sofort auf die Umsatzeinbrüche reagiert und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet. Der Rückzug der Mutares-Vertreter aus dem Aufsichtsrat der börsennotierten Beteiligung STS Group sei kein Zeichen für einen kurzfristigen Verkauf: „Bei der STS Group bleiben wir weiterhin unterstützend an Bord und haben keine konkreten Pläne, unser Engagement kurzfristig zurückzufahren. Unser Risiko zum heutigen Zeitpunkt ist überschaubar“, so Laumann gegenüber Financial.de.

ROIC zwischen 7 und 10 als Ziel

Im Juni hat Mutares im Rahmen seiner fortentwickelten Kommunikationsstrategie das Ziel ausgegeben, künftig einen Return auf das eingesetzte Kapital (ROIC) zwischen 7 und 10 erreichen zu wollen. Im historischen Schnitt lag die Gesellschaft bei 5,6. „Neben den offensichtlichen Exit-Erlösen bei erfolgreichem Verkauf erhalten wir normalerweise wesentliche Returns aus Beratungserlösen und Portfoliodividenden. Unsere Strategie beinhaltet, an einem erfolgreichen Turnaround unserer Portfoliounternehmen als Gesellschafter abhängig von unserem Risiko zu partizipieren“, erklärt Laik im Financial.de-Interview.

An der nachhaltigen Dividendenpolitik will Mutares festhalten, wie der CEO betont: „Wir sind überzeugt, auch für das Geschäftsjahr 2020 eine attraktive Dividende für unsere Shareholder zu generieren. Unsere Dividendenfähigkeit stützt sich dabei wie bereits angesprochen auf eine breite Ertragsbasis der Holding von Gewinnen aus der Restrukturierungs-Beratung, Dividendeneinnahmen aus dem gehaltenen Portfolio sowie ggf. anfallenden Exit-Erlösen.“ Dass Laik seinen Worten auch Taten folgen lässt, zeigen seine jüngsten Insiderkäufe. Allein im Juli hat der Mutares-CEO, der rund 29 % der Anteile hält, für fast 200.000 Euro weitere Mutares-Aktien hinzugekauft.

Ihr Christoph Martin


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